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02.11.2012

Organisationsentwicklungstag: Erziehungspartnerschaften und Soziale Diagnosen

Unser jährliche Organisationsentwicklungstag (OE-Tag) fand 2012 am Reformationstag statt. Rund 90 Mitarbeiter aus den pädagogischen DASI-Angeboten kamen zusammen, um Anregungen für ihre Praxis zu erhalten, an relevanten Themen zu arbeiten und sich mit den Kollegen aus den unterschiedlichen Einrichtungen auszutauschen.

In diesem Jahr standen zwei Themen auf dem Programm des OE-Tags: Die Mitarbeiter der beiden Kitas beschäftigten sich mit Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit den Eltern, während die Mitarbeiter der Jugendhilfe sich mit dem Thema „Fallverstehen – Soziale Diagnosen“ auseinandersetzten. Durch die Veranstaltung führte der Geschäftsführer Markus M. Jung. 

Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern und Erziehern
Nach einer Einführung ins Thema Erziehungs- und Bildungspartnerschaften durch die Kita-Leiterinnen Daniela Durben und Stephanie Kramer erarbeiteten die Mitarbeiter in Arbeitsgruppen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, was in den Kitas bereits gut gelingt und wo sie Probleme und Konflikte sehen. Konsens herrschte darüber, dass Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung und Transparenz die wichtigsten Bedingungen für eine gelingende Erziehungspartnerschaft sind. Die Zusammenarbeit mit den Eltern verläuft überwiegend gut, dennoch besteht Bedarf, die Handlungskompetenzen der Mitarbeiter weiter zu entwickeln. Denn zunehmend arbeiten sie mit Kindern, die von Behinderungen bedroht sind, mit Familien mit sozialen Problemen oder Eltern mit psychischen Erkrankungen. Die Kita wird als Ort für präventives Arbeiten begriffen: als Chance, Familien mit Schwierigkeiten zu erreichen, bevor die Probleme zunehmen.

Fallverstehen – Soziale Diagnosen in der Jugendhilfe
Zum Einstieg für die Jugendhilfemitarbeiter beleuchtete Prof. Silke Gahleitner das Thema „Fallverstehen – Soziale Diagnose“ von der wissenschaftlichen Seite. Sie ist als Professorin für Klinische Psychologie und Sozialarbeit mit dem Schwerpunktbereich Psychotherapie und Beratung an der Alice Salomon Hochschule Berlin tätig. In den letzten zwanzig Jahren hat die Diagnostik in der Sozialarbeit eine neue Diskussion erfahren. Die psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen haben zugenommen. Die Herausforderung für die Mitarbeiter ist, sowohl an der psychischen Entwicklung wie an der sozialen Situation der Kinder zu arbeiten. Wichtig ist, zuerst die Komplexität der gesamten Situation zu erfassen, dann zu reduzieren und die beste Passung für den Klienten innerhalb der Verhältnisse zu finden. Sie plädierte für ein integratives Modell, bei dem Kinder und Jugendliche in ihrer bio-psycho-sozialen Situation wahrgenommen werden, und stellte verschiedene Modelle psychosozialer Diagnostik vor.

Soziale Diagnosen in der Praxis
Im Anschluss gab Claus-Peter Rosemeier vom Pestalozzi- Fröbel-Haus Berlin einen Einblick in die soziale Diagnostik, wie sie in der Einrichtung Koralle – Therapeutische Wohngruppen –angewendet wird. Günter Porath, DASI-Qualitätsbeauftragter, präsentierte die Methode der „Sozialpädagogischen Diagnosen“ nach Mollenhauer/Uhlendorff, mit der sich die DASI Berlin seit 2005 auseinandersetzt und seit 2009 im Rahmen von Neuaufnahmen in die Einrichtungen anwendet.
In der anschließenden Diskussion mit den drei Vortragenden wurde gewürdigt, dass die DASI Berlin mit der Anwendung der Sozialpädagogischen Diagnosen gut aufgestellt ist. Die Implementierung der Methode war ein langer, aber guter Weg. Gleichzeitig wurde für eine noch bessere Anpassung der Methode an die Praxis plädiert. In den nächsten Monaten steht eine Evaluation an: Untersucht werden die Anwendung in den einzelnen Einrichtungen sowie die Ergebnisse, die mit der Methode erzielt werden.

Zum Abschluss des OE-Tages wurden die Ergebnisse aus den beiden Bereichen Kitas und Jugendhilfe im Plenum präsentiert, die nun als Grundlage zur Weiterarbeit dienen.

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Geschäftsführer Markus M. Jung eröffnete den OE-Tag
Geschäftsführer Markus M. Jung eröffnete den OE-Tag

Günter Porath, DASI Berlin, Claus-Peter Rosemeier, Pestalozzi-Fröbel-Haus, Prof. Silke Gahleitner und Markus M. Jung (v. li.) diskutieren Soziale Diagnosen in der Jugendhilfe
Günter Porath, DASI Berlin, Claus-Peter Rosemeier, Pestalozzi-Fröbel-Haus, Prof. Silke Gahleitner und Markus M. Jung (v. li.) diskutieren Soziale Diagnosen in der Jugendhilfe

In der Abschlusspräsentation stellten Stephanie Kramer, Daniela Durben, Markus M. Jung, Michael Tiel-König und Kirsten Lüdtke (v. re.) die Ergebnisse aus den Bereichen Kitas und Jugendhilfe vor
In der Abschlusspräsentation stellten Stephanie Kramer, Daniela Durben, Markus M. Jung, Michael Tiel-König und Kirsten Lüdtke (v. re.) die Ergebnisse aus den Bereichen Kitas und Jugendhilfe vor